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Die kleinsten Aufgaben fühlen sich an, als würdest du einen Berg erklimmen und soziale Kontakte kosten unendlich viel Kraft? Wenn solche Gefühle nicht mehr nur vorübergehend sind, sondern Wochen oder Monate andauern, könnte eine Depression dahinter stecken.
Aber eine Depression kann in vielfältigen Formen auftreten. Während eine leichte Depression oft noch wenig wahrgenommen wird und eine schwere Depression für Betroffene fast unübersehbar ist, liegt die mittelschwere Depression genau dazwischen. Was genau “mittelschwer” in diesem Zusammenhang bedeutet und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt? Damit beschäftigen wir uns in diesem Artikel.
Inhalt
Die mittelschwere Depression wird nach der ICD-10-Klassifikation diagnostiziert, wenn zwei der drei Hauptsymptome einer Depression und mindestens drei bis höchstens vier Zusatzsymptome auftreten. Diese Symptome müssen mindestens zwei Wochen lang andauern.
Du und die meisten anderen Betroffenen haben mit mittelschweren Depressionen deutliche Schwierigkeiten, eure beruflichen und privaten Verpflichtungen zu erfüllen. Es kann sein, dass du dich aus deinem sozialen Umfeld zurück ziehst und dich sehr stark erschöpft fühlst oder bemerkst, dass du die Freude an vielen Dingen in deinem Leben verlierst.
Ob eine Depression als leicht, mittelschwer oder schwer diagnostiziert wird, hängt nicht nur von der Anzahl der Symptome ab, sondern auch von deren Intensität. Demnach ist eine tatsächliche Diagnose gar nicht so leicht und sollte immer nur von Therapeut:innen vorgenommen werden. Als häufige Anzeichen einer mittelschweren Depression gelten:
Der Wille, wieder aktiv zu werden, mag noch da sein. Dennoch fehlt die Energie, um diesen großen Wunsch in die Tat umzusetzen. Das macht alles nicht wirklich leichter. Denn unter Umständen plagen dich deshalb auch zusätzlich noch Selbstzweifel und Schuldgefühle, weil du dir deiner Situation bewusst bist, aber oft nicht selbst herauskommst.
Alle Arten der Depression dauern in der Regel mindestens zwei Wochen. In rund 20 Prozent der Fälle können sie sich auch über zwölf oder mehr Monate hinziehen.
Den Unterschied macht hier vor allem die Antwort auf die Frage: Befindest du dich in Behandlung oder nicht? Patient:innen in Behandlung überwinden ihre Depression mit hoher Wahrscheinlichkeit schneller als jene, die sich nicht behandeln lassen.
Die Symptome einer mittelschweren Depression sind in jedem Fall nicht nur gelegentliche Tiefs, sondern bestimmen deinen Alltag. Sie führen dazu, dass du dich überfordert fühlst - selbst dann, wenn du einfach nur dein normales Leben führen möchtest.
Mittelschwere Depressionen nehmen gewissermaßen eine Zwischenstellung ein. Sie werden nicht mehr als leicht empfunden, aber auch noch nicht als schwer. Wie also soll man die Intensität der mittelschweren Depression von den anderen beiden Diagnosen abgrenzen?
Während eine leichte Depression oft noch mit viel Kraftaufwand kompensiert werden kann, ist dies bei einer mittelschweren Depression nicht mehr immer möglich. Arbeitsunfähigkeit kommt häufiger vor und auch alltägliche Aufgaben (Haushalt, Aufrechterhaltung von Beziehungen etc.) können zur Hürde werden.
Der Übergang zur schweren Depression ist danach fließend: Wenn die Symptome so stark werden, dass kaum noch etwas funktioniert und das somatische Symptom auftritt, spricht man von einer schweren Depression.
Wie jede depressive Erkrankung entsteht auch die mittelschwere Depression aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Neben genetischen und biologischen Ursachen spielen psychologische und soziale Einflüsse eine große Rolle. Wie genau sie auf deine mentale Gesundheit wirken, erklären wir dir jetzt im Detail.
Die Genetik ist spielt eine große Rolle: Depressionen können familiär gehäuft auftreten. So haben Menschen, deren enge Verwandte früher an einer Depression erkrankt sind, selbst ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung.
Nun ist es aber nicht nur die Genetik, die man bei der Entstehung depressiver Episoden betrachten sollte. Auch neurologische und hormonelle Faktoren sind hierbei wichtig. Ein Ungleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn - insbesondere von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin - kann die Entstehung und Aufrechterhaltung depressiver Symptome begünstigen.
Leidest du unter hormonellen Schwankungen oder beispielsweise einer Schilddrüsenerkrankung? Auch diese Aspekte stehen in Verbindung mit depressiven Erkrankungen.
Die individuelle Persönlichkeit und bisherige Erfahrungen beeinflussen ebenfalls, wie anfällig eine Person für eine mittelschwere Depression ist. Genauso können es zum Beispiel dein persönliches Umfeld, erlebte Traumata oder aktuelle wie vergangene Beziehungen gewesen sein, die entscheidend zur Entwicklung einer depressiven Episode beigetragen haben.
Um zunächst die oben stehende Frage zu beantworten: Ja, das ist definitiv möglich. Viele Menschen ignorieren die ersten Anzeichen einer Depression oder sehen sie als vorübergehende Phase an. Da eine leichte Depression sich nicht so stark auf die Fortführung des Alltags auswirkt, wird sie von Betroffenen und Außenstehenden oft nicht ernst genug genommen.
Ohne Behandlung kann sich die Symptomatik jedoch verschärfen und zur mittelschweren oder schweren Depression entwickeln. Und das macht den Weg aus der Depression und zurück ins normale Leben zunehmend schwieriger.
Depressionen aller Art gelten in den meisten Fällen als gut behandelbar und heilbar - vor allem, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Die wichtigste Maßnahme ist eine psychotherapeutische Behandlung, idealerweise in Form einer kognitiven Verhaltenstherapie.
Eine medikamentöse Behandlung - beispielsweise mit Antidepressiva - kann in Rücksprache mit Psycholog:innen und Ärzt:innen zusätzlich unterstützend wirken. Denn so können gewisse Symptome gelindert werden, sodass du wieder besser am Alltag teilhaben kannst.
Grundsätzlich kann man sagen, dass folgende Dinge dich bei der Bewältigung deiner depressiven Episode unterstützen können:
Aus Scham oder Unsicherheit zögern viele Betroffene, sich Hilfe von Psycholog:innen oder Ärzt:innen zu suchen. Dabei ist genau dieser Schritt der wichtigste, um sich dauerhaft besser zu fühlen und die Depression tatsächlich bekämpfen zu können.
Hast du das Gefühl, an einer mittelschweren Depression erkrankt zu sein? Bitte wende dich so schnell wie möglich an eine vertrauenswürdige Fachperson. Wir wissen aus Erfahrung: Wartezeiten für Therapieplätze können lang sein. Eine gute Alternative, um einen schnelleren Zugang zu Psychotherapie zu ermöglichen ist Beavivo, wo der ganze Buchungsprozess online erfolgt.
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